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Wenn alles Krise ist, ist nichts mehr Krise: Die Narkose des Dauer-Feeds

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Stell dir vor, du bist auf deiner Jogging-Runde. Alle drei Sekunden schreit dein Gehirn etwas anderes: „Trink was!“, „Viel zu langsam!“, „Du erkältest dich noch!“, „Schau mal, die ist viel schneller unterwegs!“, „Achtung, hinter dir brennt der Wald!“.

Was passiert? Du drehst entweder durch – oder du schaltest ab. Du wirst taub.

Genau das erleben wir gerade im medialen und digitalen Raum. Und genau das ist die Gefahr für unsere Handlungsfähigkeit als Unternehmer, Führungskräfte und Menschen in Europa.

Der globale Irrsinn auf deinem Screen

Wir scrollen durch den Feed und sehen innerhalb von 60 Sekunden: ein Kriegsvideo aus der Ukraine, tanzende Jugendliche in Todesgefahr, eine tiefschürfende Analyse zum Zerfall der EU und direkt danach ein Katzenvideo.

Unser Nervensystem ist evolutionär nicht für diesen rasanten Wechsel aus Angst, Sorge, Lachen und Verzweiflung gemacht. Es war für lokale Bedrohungen gebaut. Für den Säbelzahntiger vor der Höhle. Nicht für die globale Irrenanstalt auf dem Bildschirm.

Marshall McLuhan nannte das schon vor Jahrzehnten „Narkose“. Um nicht wahnsinnig zu werden, kühlt unser Gehirn die Emotionen radikal ab. Das Ergebnis? Eine psychische Totenstarre. Wir fühlen alles gleichzeitig und am Ende gar nichts mehr.

Die Trump-Dauerkrise: Der Brandbeschleuniger

Für uns in der Schweiz und in Europa hat dieser „Infinite Scroll“ eine neue, bedrohliche Qualität bekommen. Wir befinden uns in einer gefühlten Dauerschleife der Instabilität. Donald Trump und seine unberechenbare Politik wirken wie ein permanenter Brandbeschleuniger für unser Nervensystem.

Drohende Handelskriege, die unsere Exportwirtschaft unter Druck setzen. Unsicherheit über die NATO. Die Frage, wie wir uns als neutrale Schweiz in einer Welt der harten Blöcke positionieren. Jede Schlagzeile triggert unser Bedrohungssystem.

Das Problem ist nicht die Krise selbst. Das Problem ist: Wenn wir uns jeden Tag von der nächsten Trump-Meldung schockieren lassen, ohne ins Handeln zu kommen, landen wir in der Apathie. Wir gewöhnen uns an den Ausnahmezustand. Wir werden taub gegenüber echten Gefahren, weil wir uns im digitalen Rauschen verlieren.

Und eine taube Führungskraft ist eine handlungsunfähige Führungskraft.

Die Taubheit ist der Feind deiner Leistung

Wer nichts mehr fühlt, kann nicht mehr präzise steuern. Wer im Dauer-Alarmmodus erstarrt, verliert den Zugriff auf seine Ressourcen. Das ist nicht metaphorisch. Das ist neurobiologisch. Dein Körper kann nicht gleichzeitig in Panik und in Klarheit sein.

Das ist die Falle: Du denkst, du bleibst informiert. In Wahrheit verlierst du deine Handlungsfähigkeit.

Wie du wieder wach wirst

Es gibt drei Wege raus aus dieser Narkose. Sie sind nicht kompliziert. Aber sie erfordern Konsequenz.

  • Verbinde Gefühl mit Handlung.

Hör auf, passiv über die Weltlage zu verzweifeln. Das ist Luxus, den du dir nicht leisten kannst. Wenn dich die politische Instabilität stresst, werde lokal aktiv. Investiere in dein Team. Stärke deine Resilienz. Triff mutige Entscheidungen in deinem Unternehmen. Handle dort, wo du Wirkung hast.

Dein Einflusskreis ist nicht die Welt. Dein Einflusskreis ist dein Unternehmen, dein Team, deine Familie. Dort liegt deine Kraft. Dort musst du sie einsetzen.

  • Kanalisiere deine Angst in lokale Aktion.

Deine Angst vor Trump, vor den Krisen, vor dem Zerfall – das ist echte Energie. Aber sie ist gelähmt, solange du sie nur scrollend konsumierst. Kanalisiere sie.

Wenn dich die politische Instabilität stresst, werde lokal aktiv. Nicht um die Welt zu retten. Um deine Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen. Investiere in dein Team. Stärke deine Resilienz. Triff mutige Entscheidungen in deinem Unternehmen. Coache einen jungen Unternehmer. Engagiere dich in deiner Community.

Das ist nicht Ablenkung. Das ist Transformation. Du verwandelst Angst in Wirkung. Und das ist das Gegenmittel zur Narkose.

  • Setze Tiefe gegen die Oberfläche.

Das ist der entscheidende Unterschied. Es geht nicht darum, weniger zu scrollen. Es geht darum, etwas zu tun, das dein Gehirn wirklich fordert.

Lies ein Buch, das dich herausfordert. Baue etwas mit deinen Händen. Geh in die Stille und nutze den Atem. Nicht zur Abhärtung, sondern um wieder zu fühlen, was du fühlen solltest. Geh in die Kälte. Meditiere. Trainiere.

Das Gegenmittel zum flachen Scrollen ist nicht Nichtstun. Es ist tiefe Präsenz in einer Aktivität. Dein Gehirn kann nicht gleichzeitig in einem Buch vertieft sein und im Dauer-Alarm. Es muss sich entscheiden.

Wenn du dich für die Tiefe entscheidest, entscheidest du dich gegen die Narkose.

Du hast die Wahl

Die Welt wird nicht ruhiger. Die Krisen werden uns weiter fordern. Aber du hast eine Wahl: Lässt du dich in die digitale Narkose treiben oder nutzt du die Spannung, um über dich hinauszuwachsen?

Die Spannung ist dein Material. Nutze sie oder lass dich von ihr zerreissen. Es gibt keine dritte Option.

Bleib wach. Bleib klar. Handle aus der Tiefe in deinem Einflusskreis.

Das ist alles, was zählt.

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